Tierrettungsverein Ashanti
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Welche Tiere gerade besonders gefährdet sind

Jede Jahreszeit hat ihre Gefahren. Hier steht, worauf es jetzt ankommt – und was du tun kannst.

Jetzt im Oktober

Gerade besonders gefährdet

Igel

Jungigel müssen sich jetzt Winterspeck anfressen. Wer tagsüber herumläuft, torkelt oder Anfang November deutlich unter 500 Gramm wiegt, schafft den Winterschlaf nicht allein.

Das kannst du tun

  • Laub- und Reisighaufen liegen lassen – das ist ihr Winterquartier.
  • Mähroboter nur tagsüber laufen lassen, nie in der Dämmerung oder nachts.
  • Bei Trockenheit eine flache Schale Wasser hinstellen. Keine Milch – Igel vertragen sie nicht.
  • Verletzten, unterkühlten oder sehr kleinen Igel in einen Karton mit Handtuch setzen, warm stellen und eine Igelstation, eine Tierarztpraxis oder uns anrufen.

Rehe, Wildschweine und Füchse an der Straße

Mit der Zeitumstellung fällt der Berufsverkehr in die Dämmerung – genau dann wechselt das Wild. Im Herbst und im Frühjahr passieren die meisten Wildunfälle.

Das kannst du tun

  • An Wald- und Feldrändern langsamer fahren, besonders morgens und abends.
  • Steht ein Tier am Straßenrand: abblenden, hupen, bremsen. Nicht ausweichen.
  • Nach einem Zusammenstoß die Unfallstelle sichern und die Polizei (110) rufen – sie verständigt die Jägerin oder den Jäger.
  • Verletztes Wild nicht anfassen und nicht mitnehmen: Es wehrt sich, und Mitnehmen gilt als Wilderei.

Streunerkatzen und ihre Kitten

Im Frühjahr und im Herbst kommen die meisten Kitten zur Welt – viele draußen, ohne Schutz. Herbstkitten treffen Nässe und Kälte besonders hart.

Das kannst du tun

  • Eigene Freigänger kastrieren, chippen und registrieren lassen.
  • Eine Katzenmutter mit Jungen nicht vertreiben und die Kitten nicht einfach mitnehmen – erst uns oder den örtlichen Tierschutz anrufen.
  • Scheue, magere oder kranke Katzen melden, damit sie eingefangen, versorgt und kastriert werden können.
  • Garagen, Schuppen und Keller kontrollieren, bevor sie für den Winter verschlossen werden.

Tiere im Garten: Mähroboter, Motorsense, Heckenschnitt

Igel, Kröten und Jungvögel fliehen nicht – sie ducken sich. Mähroboter und Freischneider verletzen jedes Jahr viele von ihnen schwer.

Das kannst du tun

  • Mähroboter nur bei Tageslicht und unter Aufsicht laufen lassen.
  • Vor dem Mähen unter Hecken und im hohen Gras nachsehen.
  • Hecken und Gebüsche vom 1. März bis 30. September nicht stark zurückschneiden – dort wird gebrütet. Ein schonender Formschnitt bleibt erlaubt.
  • Eine wilde Ecke mit Laub, Totholz und hohem Gras stehen lassen.

Vögel an Glasscheiben

Zur Zugzeit sind Millionen Vögel unterwegs. Große Scheiben spiegeln Himmel und Bäume – die Tiere erkennen das Hindernis nicht.

Das kannst du tun

  • Große Glasflächen mit Streifen- oder Punktmustern sichtbar machen. Einzelne Greifvogel-Aufkleber helfen kaum.
  • Einen benommenen Vogel in einen Karton mit Luftlöchern setzen, dunkel und ruhig stellen und nach ein bis zwei Stunden draußen öffnen.
  • Nicht füttern und kein Wasser einflößen.
  • Fliegt er nicht weg oder ist er sichtbar verletzt: eine Wildvogelhilfe, eine Tierarztpraxis oder uns anrufen.

Wasservögel und Geflügel: Geflügelpest

In der kalten Jahreszeit tritt die Geflügelpest (Vogelgrippe) gehäuft auf. Betroffen sind vor allem Wasser- und Greifvögel – und Hühner, Enten und Gänse in Haltungen.

Das kannst du tun

  • Tote oder auffällig kranke Wildvögel nicht anfassen, sondern dem Veterinäramt melden.
  • Hunde von Kadavern fernhalten und an Gewässern anleinen.
  • Wer Geflügel hält: Futter und Tränken vor Wildvögeln schützen und die Anordnungen des Veterinäramts beachten – eine Stallpflicht gilt auch für Hobbyhaltungen.

Wildschweine: Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Tierseuche bei Haus- und Wildschweinen. Für Menschen und andere Tiere ist sie ungefährlich, aber das Virus ist sehr widerstandsfähig und wird über Kadaver, Fleischreste, Schuhe und Kleidung weitergetragen.

Das kannst du tun

  • Ein totes Wildschwein nicht anfassen, Abstand halten und dem Veterinäramt des Kreises melden – mit möglichst genauer Ortsangabe oder den Koordinaten. Ist die Jägerin oder der Jäger des Reviers bekannt, auch dort Bescheid geben.
  • Hunde von Kadavern fernhalten. In Sperrgebieten kann eine Leinenpflicht gelten – die Regeln stehen beim Kreis.
  • Essensreste nur in verschlossene Mülltonnen werfen, nie in die Natur.
Du hast ein Tier in Not vor dir?

Dann nicht lange lesen: Melde es uns mit Standort. Bei akuter Lebensgefahr zusätzlich Polizei (110) oder Feuerwehr (112).

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Der Rest des Jahres

Was in den anderen Monaten wichtig wird – zum Aufklappen.

Silvester: Haustiere und WildtiereDezember, Januar

Für Tiere ist Feuerwerk Lärm ohne Vorwarnung. Jedes Jahr laufen in der Silvesternacht Hunde und Katzen in Panik davon; Wildtiere und Vögel flüchten kilometerweit.

  • Hunde in den Tagen um Silvester nur angeleint und doppelt gesichert ausführen.
  • Katzen und Hunde am Abend im Haus lassen, Fenster schließen, einen Rückzugsort anbieten.
  • Chip und Registrierung bei Tasso oder Findefix prüfen – so findet ein entlaufenes Tier zurück.
  • Kein Feuerwerk in der Nähe von Ställen, Weiden, Wald und Gewässern zünden.
Kröten, Frösche und Molche auf WanderschaftFebruar, März, April

Sobald die Nächte mild und feucht werden, wandern Amphibien zu ihren Laichgewässern – oft über Straßen. Schon der Luftdruck schneller Autos tötet sie.

  • Auf beschilderten Strecken abends und nachts höchstens 30 km/h fahren.
  • Krötenzäune nicht übersteigen oder verschieben; die Eimer werden morgens und abends geleert.
  • Helferinnen und Helfer werden jedes Frühjahr gesucht – bei den Naturschutzgruppen vor Ort nachfragen.
  • Kellerschächte und Gullys im Garten mit einer Ausstiegshilfe versehen.
Jungtiere: allein heißt nicht verlassenApril, Mai, Juni, Juli

Junge Hasen, Rehkitze und Jungvögel sitzen oft stundenlang allein – die Eltern sind in der Nähe und kommen zurück. Wer sie mitnimmt, nimmt ihnen die beste Chance.

  • Nicht anfassen, nicht mitnehmen. Aus der Entfernung beobachten.
  • Befiederte Jungvögel am Boden werden weiter gefüttert. Nur aus der Gefahr (Straße, Katze) ins nächste Gebüsch setzen.
  • Hunde in Wald und Feld an die Leine – vielerorts ist das in der Brut- und Setzzeit Pflicht.
  • Nackte, verletzte oder von Fliegen besetzte Jungtiere brauchen Hilfe: eine Wildtierstation oder uns anrufen.
Hitze: Hunde im Auto, Durst und heißer AsphaltJuni, Juli, August

Ein Auto heizt sich in der Sonne schnell auf: Bei 30 Grad draußen sind es innen nach zehn Minuten rund 37 Grad, nach einer halben Stunde über 45. Auch draußen fehlt Wildtieren und Insekten bei Trockenheit das Wasser.

  • Kein Tier im Auto lassen – auch nicht kurz, auch nicht mit geöffnetem Fenster.
  • Hund in einem heißen Auto: Halterin oder Halter ausrufen lassen, sonst Polizei (110) oder Feuerwehr (112) rufen.
  • Flache Wasserschalen für Vögel, Igel und Insekten aufstellen, mit einem Stein als Ausstieg, täglich frisch.
  • Spaziergänge in die Morgen- und Abendstunden legen. Asphalt mit dem Handrücken prüfen.
  • Weidetiere und Kaninchen im Außengehege brauchen Schatten und reichlich Wasser.
Kälte, Streusalz und FrostschutzmittelDezember, Januar, Februar

Der Winter trifft Tiere draußen direkt – und manche Gefahr kommt aus der Garage: Frostschutzmittel schmeckt süß und ist schon in kleinen Mengen tödlich.

  • Pfoten nach dem Spaziergang lauwarm abspülen; Streusalz reizt und wird abgeleckt.
  • Verschüttetes Frostschutzmittel sofort aufwischen und Behälter verschlossen lagern.
  • Vor dem Losfahren auf die Motorhaube klopfen: Katzen und Marder wärmen sich im Motorraum.
  • Tiere, die draußen leben, brauchen einen trockenen, windgeschützten Unterstand und Wasser, das nicht gefroren ist.
  • Hunde nicht auf zugefrorene Gewässer lassen.
Rehkitze in MähwiesenMai, Juni

Rehkitze drücken sich bei Gefahr ins Gras, statt zu fliehen. Bei der ersten Mahd im Mai und Juni werden deshalb jedes Jahr sehr viele von ihnen getötet.

  • Wer mäht: den Termin vorher der Jagdpächterin oder dem Jagdpächter und der örtlichen Kitzrettung melden.
  • Wiesen am Morgen der Mahd mit Drohne und Wärmebildkamera absuchen lassen.
  • Von innen nach außen mähen, damit Tiere flüchten können.
  • Gefundene Kitze nur mit Handschuhen und Grasbüscheln anfassen und am Wiesenrand sichern.
Oster- und MartinsfeuerMärz, April, November

Aufgeschichtetes Holz und Reisig ist ein beliebter Unterschlupf für Igel, Kröten, Vögel und Mäuse.

  • Das Holz erst am Tag des Feuers aufschichten – oder den Haufen kurz vorher vollständig umsetzen.
  • Nicht einfach anzünden: Tiere im Inneren fliehen nicht rechtzeitig.
  • Bei öffentlichen Feuern die Veranstalter darauf ansprechen.
Tiere sind kein WeihnachtsgeschenkDezember

Nach den Feiertagen werden jedes Jahr Tiere abgegeben oder ausgesetzt, die als Überraschung verschenkt wurden.

  • Ein Tier nie als Überraschung verschenken. Wer eines aufnimmt, entscheidet das selbst – für viele Jahre.
  • Stattdessen: ein Gutschein für den gemeinsamen Besuch beim Tierschutz oder eine Patenschaft.
  • Vor der Aufnahme klären: Zeit, Kosten, Urlaub, Allergien und ob die Vermieterin oder der Vermieter zustimmt.

Allgemeine Hinweise, die tierärztlichen Rat nicht ersetzen. Wildtiere bitte nur anfassen, wenn es wirklich nötig ist.

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