Tierrettungsverein Ashanti
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Wildtier gefunden – wer hilft?

Die meisten Wildtiere, die Menschen „retten“, waren nicht in Not. Hilfe braucht ein Tier, das verletzt ist, sich nicht mehr bewegt oder dessen Mutter sicher tot ist. Wer dann hilft, hängt von der Tierart ab – eine Wildtierrettung, die überall ausrückt, gibt es in Deutschland nicht.

Wer ist zuständig?

  • Igel, Eichhörnchen, Singvögel, Tauben: eine Wildtier- oder Auffangstation oder eine Tierarztpraxis.
  • Fledermäuse: die Fledermaus-Nottelefone der Naturschutzverbände oder eine Wildtierstation.
  • Reh, Wildschwein, Fuchs, Feldhase, Dachs, Wildente, Wildgans, Greifvogel: Diese Arten unterliegen dem Jagdrecht. Zuständig ist die Jägerin oder der Jäger des Reviers – du erreichst sie über die Polizei (110).
  • Wildunfall auf der Straße: immer die Polizei, auch wenn das Tier weggelaufen ist.
  • Streng geschützte Arten wie Eulen, Störche oder Biber: zusätzlich die Naturschutzbehörde des Landkreises – sie kennt die Pflegestellen.
  • Tier in einer Lage, aus der es nicht allein herauskommt (Schacht, Zaun, Eis): Feuerwehr (112) oder Polizei.

Das tust du jetzt

  1. Erst mit Abstand beobachten: Ist das Tier wirklich verletzt oder verlassen? Jungtiere sitzen oft allein und werden trotzdem versorgt.
  2. Deine Sicherheit zuerst. Wildschwein, Fuchs, Dachs, Reh, Schwan und Greifvögel nicht anfassen – sie wehren sich und können schwer verletzen.
  3. Kleine Tiere (Igel, Vogel, Eichhörnchen) mit Handschuhen oder einem Tuch aufnehmen und in einen Karton mit Luftlöchern und Handtuch setzen. Deckel zu, dunkel, ruhig, warm.
  4. Den Fundort genau merken oder auf dem Handy markieren – dorthin kommt das Tier später zurück.
  5. Jetzt telefonieren: Wildtierstation, Tierarztpraxis oder – bei jagdbarem Wild – die Polizei. Erreichst du niemanden, melde das Tier bei uns mit Standort und Foto.

Das bitte nicht

  • Nicht füttern und nichts einflößen. Falsches Futter und Wasser im Schnabel oder Maul schaden einem Findling mehr als ein paar Stunden ohne Futter.
  • Reh, Wildschwein, Hase oder Fuchs nicht mitnehmen: Wer jagdbares Wild ohne Zustimmung der Jagdberechtigten an sich nimmt, kann sich wegen Wilderei strafbar machen.
  • Kein Wildtier behalten. Aufnehmen darf man es nur, um es gesund zu pflegen – und es muss freigelassen werden, sobald es allein zurechtkommt.
  • Nicht mit bloßen Händen anfassen, vor allem keine Fledermäuse und Füchse: wegen Bissen, Parasiten und Krankheiten.

Wer hilft

Wildtier- und Auffangstationen, Tierarztpraxen, die Polizei für jagdbares Wild und Wildunfälle, die Naturschutzbehörde für streng geschützte Arten. Wo die nächste Station ist, wissen meist die Tierarztpraxen am Ort oder das Veterinäramt. Wir helfen bei der Suche nach einer Pflegestelle – melde das Tier bei uns mit Standort und Foto.

Notfall melden Tierrettung vor Ort

Häufige Fragen

Gibt es eine Wildtierrettung in meiner Nähe?

Einen flächendeckenden Dienst gibt es nicht. Wildtierhilfe leisten Vereine, private Auffangstationen und einzelne Tierheime. Frag in einer Tierarztpraxis am Ort, beim Veterinäramt oder bei der Naturschutzbehörde des Landkreises nach der nächsten Station – oder melde das Tier bei uns, dann suchen wir mit.

Wer bezahlt die Behandlung eines Wildtiers?

Wildtiere gehören niemandem; eine Stelle, die die Kosten sicher übernimmt, gibt es deshalb nicht. Viele Tierarztpraxen versorgen Wildtiere zunächst unentgeltlich, Stationen arbeiten meist mit Spenden. Frag in der Praxis nach, bevor du etwas unterschreibst.

Das Tier ist tot. Muss ich etwas tun?

Bei Wild an der Straße die Polizei verständigen, damit es geborgen wird. Tote Wasservögel, Greifvögel oder mehrere tote Tiere an einer Stelle nicht anfassen und dem Veterinäramt melden – das kann auf eine Tierseuche wie die Geflügelpest hinweisen.

Passend dazu

Diese Seite gibt allgemeine Hinweise. Sie ersetzt weder tierärztlichen Rat noch eine Rechtsberatung.

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