Tierärztlicher Notdienst – so findest du ihn nachts und am Wochenende
Sofort los – nicht bis morgen warten
- Atemnot, blaue oder ganz blasse Schleimhäute, Bewusstlosigkeit, Krampfanfall.
- Starke Blutung, Unfall, Sturz aus großer Höhe, Bisswunden – auch wenn das Tier danach normal wirkt.
- Hund mit aufgeblähtem, hartem Bauch, der würgt, ohne dass etwas kommt (Verdacht auf Magendrehung).
- Kater, der immer wieder erfolglos versucht, Urin abzusetzen.
- Verdacht auf Vergiftung: Giftköder, Rattengift, Schokolade, Medikamente, Frostschutzmittel.
- Kaninchen oder Meerschweinchen, das nicht mehr frisst und keinen Kot mehr absetzt.
- Geburt, die nicht vorangeht: kräftige Presswehen, aber kein Jungtier.
Das tust du jetzt
- Die eigene Praxis anrufen – auch nachts. Die Ansage auf dem Anrufbeantworter nennt in aller Regel die Praxis oder Klinik, die gerade Notdienst hat.
- Keine eigene Praxis oder keine Ansage? Nach „Tierärztlicher Notdienst“ und dem Namen deiner Stadt oder deines Landkreises suchen oder die nächste Tierklinik anrufen.
- Immer erst anrufen, dann losfahren: Nicht jede Tierklinik ist rund um die Uhr besetzt, und die Praxis kann sich vorbereiten.
- Am Telefon kurz sagen: Tierart, Alter, was passiert ist, seit wann – und wie lange du für die Fahrt brauchst.
- Für die Fahrt: Katzen und Kleintiere in eine geschlossene Box oder einen Karton, einen großen Hund auf einer Decke tragen. Warm halten und so wenig wie möglich bewegen.
- Mitnehmen: Impfpass, die Namen der Medikamente, bei Vergiftungsverdacht die Verpackung oder ein Foto davon.
Das bitte nicht
- Keine Schmerzmittel aus der Hausapotheke. Ibuprofen, Paracetamol und Diclofenac sind für Hunde und Katzen giftig.
- Bei Vergiftungsverdacht kein Erbrechen auslösen, kein Salzwasser, keine Milch – das richtet oft zusätzlichen Schaden an.
- Nichts zu fressen geben, wenn eine Narkose nötig werden könnte (Unfall, verschluckter Fremdkörper, aufgeblähter Bauch).
- Ein Tier mit Schmerzen nicht ungeschützt anfassen: Auch der eigene Hund oder die eigene Katze kann dann beißen.
Wer hilft
Die eigene Tierarztpraxis (Ansage auf dem Anrufbeantworter), die nächste Tierklinik oder der tierärztliche Notdienst deiner Region – viele Städte, Landkreise und Tageszeitungen veröffentlichen den Dienstplan. Wir sind keine Tierarztpraxis. Geht es um ein gefundenes oder herrenloses Tier in Not, melde den Notfall bei uns mit Standort.
Notfall melden Tierrettung vor Ort
Häufige Fragen
Was kostet der Notdienst?
Mehr als die Sprechstunde. Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) schreibt im Notdienst eine Notdienstgebühr von 50 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer vor und für die Leistungen mindestens den doppelten Satz. Als Notdienst gelten die Nächte von 18 bis 8 Uhr, das Wochenende von Freitag 18 Uhr bis Montag 8 Uhr und Feiertage – nicht aber eine reguläre Sprechstunde in dieser Zeit. Frag am Telefon, womit du ungefähr rechnen musst.
Ich kann die Rechnung nicht sofort bezahlen.
Sag das am Telefon, bevor du losfährst. Viele Praxen finden eine Lösung, etwa eine Anzahlung oder Raten – einen Anspruch darauf gibt es aber nicht. Wegen des Geldes abzuwarten ist bei einem Notfall die schlechteste Wahl.
Gilt das auch für ein gefundenes Tier oder ein Wildtier?
Ein gefundenes Haustier ist ein Fundtier: Sag das in der Praxis gleich, zuständig ist die Gemeinde des Fundorts. Wildtiere versorgen viele Praxen zunächst unentgeltlich; eine Pflicht dazu gibt es nicht, frag also vorher nach.
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Diese Seite gibt allgemeine Hinweise. Sie ersetzt weder tierärztlichen Rat noch eine Rechtsberatung.
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